von Weiwitzern - Briefe und Urkunden
Großmächtigster,allergnädigster König
Pesätts hellund Diploma
för Seplicanten es D.Carol
Carlberg d.3 Juni 1699
Das Ew.Königl.Majt.,die
Amtmannstelle über das Amt Bergen im Fürstentum Rügen belegen,wie
allergnädigst confirmet(bestetigt),erkenne ich mit alleruntertänigstem
Danke,
und erkühne mich ,Ew.Königl.Majt.,verjetzo fußfällig angetreten,mit
alleruntertänigster Bitte,Ew.Königl.Majt.,mich zu nobilitiren(adeln)allergnädigst
geruhen wolle,dalegen hinwieder in tiefster veneration(Kniefall) verharre,lebenslang
Allergnädigster König
Ew.Königl.Majt.
Stettin,d.10.Januar 1699
Alleruntertänigster
treuverpflichteter Knecht
Jacob Wewetzer
Carberg den 03.06.1699
.......brief für Landvogt
Jacob von Weiwitzern
von Weiwitzern,Jacob Jacobsson
den 03.06.1699
Adelsbrief
Wir Carolus machen bekannt,daß
wie alle weisen und wohlbedachten Könige und Regenten,
immer um Recht und Gerechtigkeit eifrig bemüht waren,als das sicherste
Fundament,auf dem
die Leitung und Glückseligkeit gebaut werden sollen,daß die Untertanen
auch daran teilhaben,
in sofern,daß die Tugend ehrenvoll belohnt und die Untugeng hart gestürzt
wird,damit sowohl
die bösen und abartigen,verderblichen Laster dadurch abgeschreckt,wie auch
die frommen
und wohlgefälligen Dinge gestärkt und ermuntert werden in ihrer Tugendhaftigkeit
fortzufahren und sich befleißigen um die Kenntnisse und das solch ein
Leben dem Reich zum
Nutzen,Ansehen und Widmung wird.
Darauf haben wir immer
Unsere Absicht gerichtet,daß Üble und Böse,der sich auf dem
Weg der Untugeng befindet und seine Pflicht versäumt,gebührlich zurechtgewiesen
wird,
aber wer um Tugend und Ehre bemüht ist,und danach trachtet,uns und dem
Vaterland treuen
und nützlichen Dienst zu Beweisen,mit Achtung,Gnade und Belohnung möge
erfreut und
geehrt werden.
Denn jetzt kommt Unser
treuer Diener,Amtsmann und Landvogt auf Rügen,Uns anmutiger,
ehrlicher und wohlverständiger Jacob Wewetzers,Uns in gnädiger Erinnerung,der
nicht nur
nach Tugend und Ehre getrachtet,sondern von Jugend auf,durch Studien und lobenswerte
Kenntnisse gesucht hat,sich geschickt und fähig zu machen zu Unserem Dienst
und dem des
Vaterlandes.
In diesem Geist hat er
zuerst ein gutes Fundament in Schulen,beim Privatunterricht und unter
dem Aufsehen seiner Eltern in Stralsund gelegt,und seitdem Fortschritte bei
etlichen fremden
Akademien gemacht,besonders in Kiel und Leyden,wo er einige Zeit mit Fleiß
und Arbeit-
samkeit Lob und Ruhm erworben hatte für die schöne Probe in Buchkenntnissen.Um
seine
Kenntnisse noch mehr zu stärken und zu verbessern,machte er darauf hin
eine Reise nach
Schweden,Dänemark,England,durch Holland,Brabant und nach den vornehmsten
Orten von
Deutschland,in jedem Ort seine höchste Sorgfalt und Fleiß verwendend,um
sich nach Dingen
zu erkundigen,mit denen er seiner Obrigkeit und seinem Vaterland eines Tages
in unter-
tänigem Dienst und Nutzen stehen kann.
Dies berücksichtigend
ließ er sich schließlich im Jahre 1689 auf Rügen nieder,um
einige Zeit
Als Stadtrichter tätig zu sein und wurde dann von Unserer pommerschen Regierung
anno 1692,
berufen und beautragt Amtsrichter auf Rügen zu sein,und gleichzeitig in
Unserem großen
Interesse,den Untersuchungen,die zu der Zeit im Reduktions-Liquidations-und
Steuerwerk
durchgeführt wurden,beizuwohnen und sie zu beaufsichtigen,wie auch im Pacht-und
Münzwesen.
In allen diesen Ämtern
hat er eine klare Probe seiner Fähigkeit gezeigt,daß Seine Majestät
in
seliger Erinnerung daran,im Jahre 1696 ihm in Gnaden die Hauptmannschaft über
die Ämter
Bergen,Wolgast und Pudagla verlieh.Wegen seiner vielen Arbeit überließ
er dem
Generalmajor Muller von der Luhnen einiges,und erhielt dafür einen Brief
von ihm,datiert
19.November,wo dieser ihm seine gnädige Erinnerung versicherte.
Durch seine Fähigkeit
und Treue in allen Ämtern,besonders in der Kommision,betreffend das
Verpachten der pommerschen Domäne,sind wir in Gnaden veranlaßt,anno
1698 im Dezember
ihn zum Amtmann auf Rügen zu verordnen,dazu im folgenden Jahr 1699,ihn
zu beauftragen
und anzuvertrauen als Landvogt zu wirken,wobei er nach wie vor,mit untertänig
gegebener
Versichering,fortan in seiner Lebensbahn,bei jeder Gelegenheit für Uns
und Unser Reich
in treuer und untertäniger Hingabe leben will.
Dafür haben Wir in
Gnaden für gut gefunden,seinen ehemaligen Stand und seine Lage mit
adliger Würde,Vergünstigungen und Privilegien zu verbessern,und das
insofern,daß Wir in
Gunst und Gnaden,sowie mit königlicher Macht und Mündigkeit in Kraft
dieses offenen
Briefes ,schenken und ihm geben Jacob Wewetzers,seiner Ehefrau,Kindern und Nachkommen,
echte Leibeserben,weibliches sowohl auch männliches Geschlecht,geboren
und ungeboren
adligen Standes und Privilegien folgendes Wappen und Schild,und zwar:
Der Schild verteilt in
der Länge in zwei Teile,das rechte Feld ist silbern,in dem sich drei rote
Rosen übereinander zeigen,das linke Feld ist blau,und in dem zwei goldene
Bänder.Über dem
Schild ist ein offener Tunierhelm,aus dem drei rote Rosen auf grünen Stempeln
emporsteigen.
Der Kranz und das Laubwerk sind gold,silbern und blau,genau wie das Wappen mit
seinen
richtigen Farben,das bei Uns dargestellt und abgemahlt ist.
Wir erlauben ihm und denjenigen,im Unterschied zu anderen Familien Unseres Reiches,sich
von Weivitzern zu nennen und zu schreiben,sowie das Wappen und Namen zu führen
und zu
gegrauchen.
Carlberg gegeben den 3 Juni 1699
14.Dezember 1699
Großmächtiger
König
Allergnädigter Herr
Ew.Königl.Maytt:sage
nochmal alleruntertänigsten Dank wegen allergnädigt veterirter
Amtmannschaft auf Rügen,und werde ich auch in Administration der selben
als getreuer
Diener und Untertan meiner alleruntertänigsten Schuldigkeit nach uner...det
und unverdrossen bezeigen,inmaßen mir das höchste Vergnügen
sein soll,von Ew.Königl.Maytt:hohes Interesse,so wie ohne jenigen Ruhm
zumelden bis anhero
geschehen,ferner in aller Untertänigkeit observiren kann,über das
ich in aller
Untertänigkeit bitte,Ew.Königl.Maytt:mir die hohe Gnade erweisen,und
von der
mühsamen Caution allergnädigst auch zu dispensiren geruhen,alldieweiln
ich ja in
Ew.Königl.Maytt:Landen als auf der Insel Rügen autent und festgesessen
bin,und bei vorangewesenen Kön(igl.):Redvetions-Liquidations-Taxation-Arrendirung
und......
Untersuchungskommission meiner untertänigsten Pflicht nach,mich dergestalt
redlich
verhalten,und aus einer devoten Ze(l)le,Anlaß zu Ew.Königliche Maytt:hohen
Interesse
beitragen können,niemals (zu) unterlassen,auch da es sollte erfordert werden,dergleichen
attertata,aus dem was die K(önigl.Taxationscommission,spontaneo motes,an
Ew.Königl.Maytt:unterm 12.Oct(ober) 1697 in Untertänigkeit deshalb
abgelassen,
beilegen könnte,wann wir nicht genug waren,das Ew.Königl.Maytt: selbst
in dem
untern 8.Nov.97 an Euch allergnädigst zugeschickten Commissorio wegen ersarremdirung
pommerscher Domänen,meine treue,nützliche ......gute conduite(Bedingung)und
redliches
Verhalten "wie die Worte da fallen" in hohen Gnaden erwogen,das also
verhoft
Ew.Königl.Maytt:allergnädigst geruhen werden,da auch offerire(biete
an)meiner aller-
untertänigsten Pflicht nach in dem bisherigen Gehorsam und trete bis an
mein Ende,
ob Gott will,zu verharren auch bei zurearumirenden(wiederbewaffnen),und
continuirenden(fortgesetzter) Taxation(Abschätzung),und
wie bis anher,ferner redlich zu verhalten,und sonst in allem was Ew.Königl.Maytt:hohem
Interesse gereicht allermöglichts zu beobachten in tiefer devotion mir
angelegen halten.
Wegen meiner alleruntertänigsten Bitte in hohen Gnaden auch zu erhören,und
von der
mühsamen Caution auch zu dissensiren,dahingegen in tiefster devotion lebenslang
verharren.
Allergnädigster König und Herr
Ew.Königl.Maytt:
Bergen d.14 Dezember 1699
Alleruntertänigster
und treuverpfichtester Knecht
Jacob Wewetzer
Quellen: Konzeptschildsbrief im Reichsarchiv; Ritterhausstammtafel über die Familie Rosenstjerna.
Tab. 1.
Martin Wewitzer nach Schwantewitz in Pommern, fürstlicher Pommerscher Pensionarius
und Kirchenvorsteher in Wik. Verheiratet mit Gertrud; Titi Lübbi Tochter.
Kinder:
Jakob Wewitzer, geadelt Rosenstjerna 1630, introduziert unter Nr: 172, geb 1582
gest. 1638. Über ihn, siehe introduzierte Familie Rosenstjerna, Nr: 172.Tab.
2
Jakob Wewitzer (siehe Tab. 1), königlicher Schwedischer Faktor.
Sohn:
Doktor Jacobus Wewitzer. Verheiratet mit Margareta Friedlieb; Tochter des Super-
intendenten Friedliebus.
Sohn:
Jakob Wewitzer, geadelt von Weiwitzern, geb. 1656 6.6 in Stralsund, wurde nach
dem
Tod der Eltern, obwohl jung, von seinen Vormunden an Studien gehalten; besuchte
die
Akademien in Kiel und Leyden; reiste danach durch Schweden, Dänemark, England,
Holland
und Brabant wie auch durch einen großen Teil von Deutschland; setzte sich
1689 in Bergen
auf Rügen nieder und führte das Stadtrichteramt dort aus; Amtsrichter
auf Rügen 1692,
und wurde außerdem in den Reduktions-, Liquidations, Taxations-, Pächter-
und
Münzuntersuchungskommissionen eingesetzt, welche er zur Zufriedenheit der
Regierung
ausführte; Hauptmann über den Ämtern Bergen, Wolgast und Pudagla
1696, doch konnte
er wegen seiner vielen anderen Aufträge diese Tätigkeit nicht entgegennehmen,
sondern
gab sie an Jakob Henrik Müller von der Lühnen weiter; bekam 1696 von
Karl XI die
Versicherung von anderer Beförderung, und wurde von Karl XII für sein
gutes Verhalten
in diesem Versprechen 1697 bestätigt, (es wurde festgehalten o.ä.)
worauf er zum Amtsmann auf Rügen 1698 benannt wurde, und zum Land-Voigt
1699; geadelt
den 3. Juni. Verheiratet mit einer Tochter vom Bürgermeister Weschen.
Wappen: Ein Schild in der
Länge in zwei Tiele geteilt, das rechte Feld aus Silber,
in dem sich drei rote Rosen über einander zeigen; das linke Feld ist blau
und in
dem zwei Bänder aus Gold; über dem Schild ein offener Turnierhelm,
aus dem drei
rote Rosen auf grünen Stielen sich emporstrecken; der Kranz und das Laub
aus Gold,
Silber und blau.